Freizeiten

Häufig ist eine Erfahrung eindrücklicher, wenn sie fernab des normalen Alltags gemacht wird. Aus diesem Grund integrieren wir verschiedene Freizeiten für Patient*innen, Geschwister und ganze Familien in unser Versorgungsangebot der Ambulanten Psychosozialen Nachsorge. Die Freizeiten werden fast ausschließlich von der Elternhilfe finanziert, um diese auch sozial weniger gut gestellten Familien zugänglich zu machen.

Familienfreizeit

Einmal im Jahr organisiert die Elternhilfe eine Familienfreizeit für alle Familien, deren Kinder auf der kinderonkologischen Station der Universitätskinderklinik Leipzig behandelt wurden.
Ziel der Familienfreizeit ist vor allem, Patient*innen mit ihren Angehörigen nach langen Krankenhausaufenthalten den Einstieg in einen normalen Familienalltag zu erleichtern, in diesem Zusammenhang Hilfestellungen zu geben und das Erlebte gemeinsam als Familie zu verarbeiten.

Das Angebot „ Familienfreizeit“ versteht sich auch als Ergänzung zu Familienorientierten Rehabilitationsmaßnahmen und wird oft auch von Familien wahrgenommen, die (zum Beispiel aus beruflichen Gründen) nicht zu einer vierwöchigen Reha fahren können.

Geschwisterfreizeiten

Tageswanderung mit Schneeschuhen, Floßbau und Paddeltour, Kochen über dem Lagerfeuer oder Baden im „Kannibalenbad“ – Im Rahmen erlebnisorientierter Ferienfreizeiten werden sieben- bis zwölfjährige Geschwister krebskranker Kinder bereits seit vielen Jahren durch die Elternhilfe betreut. Getreu dem Motto „Jetzt bin ICH mal dran“ sollen in diesen die gesunden Geschwister mit all ihren Stärken aber auch Sorgen und Nöten im Mittelpunkt stehen, ihre Erfahrungen untereinander austauschen und Abstand vom häufig herausfordernden Alltag bekommen. Oft sind die Freizeiten von einem inhaltlichen Schwerpunkt wie Psychoedukation zu Krebserkrankungen, dem Aufzeigen von Stärken und Ressourcen, der Erarbeitung von Problembewältigungsstrategien oder sozialen Kompetenzen begleitet.

Patient*innenfreizeit

Während Ferienfreizeiten für gesunde Geschwister schon seit vielen Jahren fester Bestandteil unseres Versorgungsangebotes sind, bieten wir erst seit wenigen Jahren eine Freizeit eigens für unsere Patient*innen im Alter von sieben bis 13 Jahren an. Auf dieser haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, in Austausch mit gleichaltrigen Betroffenen zu kommen, neue Erfahrungen in der Natur fernab vom sterilen Kliniksetting zu machen, erste kleine Schritte ohne die Familie zu wagen, sich selbstwirksam zu erleben und vor allem viel Spaß und Freude zu haben.

Jugendfreizeiten

Die Besonderheit unserer Freizeit für 13- bis 18-jährige Jugendliche ist, dass in diesem Rahmen Patient*innen und gesunde Geschwister gemeinsam auf Reisen gehen. Einmal im Jahr bieten wir dieser Zielgruppe ein besonderes Erlebnis, wie zum Beispiel das Bezwingen des Rennsteigs oder der Aufenthalt in einer Hütte in den Alpen.

Bei unseren Angeboten machen wir uns regelmäßig auf, hinaus in die Natur. Wir suchen dabei bewusst den Kontrast zum Alltag der Betroffenen, der oftmals stark geprägt ist von dem Umgang mit der Krebserkrankung und vielen verschiedenen Begleitumständen. Dabei greifen wir auf die biologische Vielfalt zurück und nutzen das, was uns die Natur bereits vorgibt. So reisen wir beispielsweise mit Gruppen in die Berge, um diese als solche wirken zu lassen, aber auch um Herausforderungen wie eine Gipfelbesteigung zu erleben und zu meistern. Mithilfe der Natur und ihrem breiten Spektrum an Biodiversität schaffen wir ein Bewusstsein sowohl für den Raum, der uns umgibt als auch für uns selbst. Die Teilnehmer*innen profitieren enorm von dieser Erfahrung und können sich so für ihre Rückkehr in den schwierigen Alltag wappnen.